Prävention und Zugang zu Pflege für SexarbeiterInnen

P.A.S.S. = Prévention & Accès aux Soins pour les travailleuses du Sexe

Die spezifischen Ziele des P.A.S.S.-Projekts sind folgende: Erleichterung des Zugangs zu den kantonalen Gesundheits- und Vorsorgeeinrichtungen, Verbesserung des Gesundheitswissens und Verringerung der mit der Prostitutionspraxis verbundenen Risiken, Stärkung der Beziehungen zum Netzwerk der Aufnahmemedizin, Überwachung der Aktivitäten und der erzielten Ergebnisse, Sammlung von Daten über die Zielbevölkerung und ihre Gesundheitsbedürfnisse sowie Sensibilisierung der kantonalen Gesundheitsakteure für die Probleme der Sexarbeiterinnen. Die Begünstigten des P.A.S.S.-Projekts sind hauptsächlich Frauen, von denen mehr als 80% Migranten sind. Die Ausübung der Prostitution im öffentlichen Raum ist im Kanton Neuenburg verboten (Prostitutionsgesetz, Art. 11). 50 Massagesalons bieten rund 200 Prostituierten Sexarbeit an. Jedes Jahr besuchen etwa 800 Personen die Neuenburger Massagesalons.

 

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Gesundheitliche Probleme
Rechte und Zugang zur Versorgung
Zugang zum sozialen und rechtlichen Netzwerk

>  079 305 44 63, Sozialarbeiterin Médecins du Monde
 

Eine diskrete und vergessene Bevölkerung

Das Projekt P.A.S.S. von Médecins du Monde entspricht einer echten Nachfrage, denn es ist Teil eines neuen Rahmens, in dem es keine spezifischen Gesundheitsmaßnahmen für diese Bevölkerung gibt, die keinerlei Unterstützung erhält. Tatsächlich ist der Gesundheitszustand der Sexarbeiterinnen im Kanton nicht bekannt, und es wurden keine Studien durchgeführt. Die einzigen Daten stammen aus Kontrollen der Neuenburger Polizei oder des OFCO (Office de Contrôle du Service de l’Emploi) und deuten darauf hin, dass das Wissen der Sexarbeiterinnen über Prävention begrenzt ist.

Prekarität und Pandemie

Mit dem plötzlichen Auftreten des Coronavirus und der Schließung von Salons befanden sich Sexarbeiterinnen, die ohnehin oft isoliert und stigmatisiert waren, plötzlich in einer sehr prekären Situation, ohne Ressourcen, in der Regel weit entfernt von ihrem Herkunftsland und ihren Familien. Während dem Lockdown hatten die meisten von ihnen nicht mehr die Mittel, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen: Nahrung, sanitäre Grundprodukte, Unterkunft, Zugang zu Pflege usw. Um auf diese gesundheitliche und menschliche Notlage zu reagieren, hat sich Médecins du Monde – mit Unterstützung der DEZA und der Glückskette – angepasst, indem es sein Dienstleistungsangebot erweitert und die Präsenz seiner Sozialarbeiter vor Ort verstärkt hat.

Über den Gesundheitsbereich hinaus, der nach wie vor im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht, reagiert das P.A.S.S.-Projekt derzeit auch auf die soziale Notlage im Zusammenhang mit der Pandemie. Diese Grundbedürfnisse sind vor allem Nahrung, Unterkunft, Grundversorgung, aber auch Zuhören, psychologische Unterstützung und Hilfe bei den Schritten, damit SexarbeiterInnen ihre Rechte wahrnehmen können.

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