Wichtiger Etappensieg für die öffentliche Gesundheit

Novartis zieht Patent für teure Krebstherapie zurück

Ein wichtiger Etappensieg für unser Gesundheitswesen: Wegen einer Einsprache von Public Eye und Médecins du Monde widerruft Novartis sein Patent für die Blutkrebstherapie Kymriah®, die hierzulande aktuell CHF 370‘000 – pro Injektion kostet.

Dieser unerwartete Rückzug bestätigt indirekt den missbräuchlichen Charakter des Patents und stellt die Legitimität anderer Patente auf Kymriah® in Frage. Die Pharmaunternehmen nutzen das Urheberrecht aus, um sich ein Monopol auf Medikamente und Therapien zu verschaffen. So können sie Preise relativ willkürlich festlegen, was die Gesundheitskosten zusätzlich in die Höhe treibt und Menschen den Zugang zu lebenswichtigen Behandlungen aufs Spiel setzt. Nach dieser Kehrtwende wird der Basler Konzern zudem bei Preisüberprüfungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) stärker unter Druck stehen, und das BAG muss künftig vernünftigere Preise fordern.

Bereits in der Vergangenheit hatte Médecins du Monde zusammen mit anderen NGOs Einspruch gegen Patente beim Europäischen Patentamt erhoben. Dabei ging es um den Schutz eines Wirkstoffs in einem Medikament gegen Hepatitis C. Die Patentanfechtungen sollen die überhöhten Medikamentenpreise als Bedrohung für die Nachhaltigkeit des Gesundheitssystems ins öffentliche Bewusstsein bringen.

Kymriah® ist eine sogenannte CAR-T-Zell-Therapie zur Behandlung von Blutkrebs bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Dabei werden der erkrankten Person weisse Blutkörperchen (T-Lymphozyten) entnommen und genetisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und angreifen können.

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