RESPECT+ Eine interaktive Webdokumentation, die gemeinsam mit und für junge Menschen in Benin, Burkina Faso und Haiti erstellt wurde
Médecins du Monde startet RESPECT+, eine interaktive Webdokumentation, die gemeinsam mit und für junge Menschen entwickelt wurde. RESPECT+ ist ab sofort online verfügbar und gibt jenen eine Stimme, die bei der Ausübung ihrer Rechte auf sexuelle und reproduktive Gesundheit konkret auf Hindernisse stoßen. Die für mobile Geräte konzipierte Plattform beleuchtet unverblümt oft ausgeblendete Realitäten: Scham, Tabus, gesellschaftliche Normen, Fehlinformationen … und deren Auswirkungen auf die Selbstbestimmung junger Menschen in ihren Beziehungen.
Scham kennt keine Grenzen. In der Schweiz wie in Benin, in Neuenburg wie in Port-de-Paix wachsen junge Menschen mit dem Gefühl auf, dass ihr Körper, ihre Wünsche und ihre Entscheidungen verurteilt, verschwiegen und verborgen werden müssen. Die Umstände ändern sich, doch die Scham bleibt universell. Doch überall weigert sich eine neue Generation, zu schweigen, und fordert einen echten Wandel: im Verhalten, in den Kulturen, in der Sichtweise auf Sexualität, Lust und Einwilligung.
Von Jugendlichen für Jugendliche
Ihre Geschichten. Unsere Kämpfe.
Dembélé, 22 Jahre – Ouagadougou
Er lehrt Jungen Respekt … muss sich jedoch mit seinen eigenen Widersprüchen auseinandersetzen, als seine Cousine vergewaltigt wurde.
Patricia, 17 Jahre – Cotonou
Nachdem sie nach einer Beziehung schwanger wurde, hört sie von allen Seiten, dass eine Abtreibung sie verdammen würde. Niemand sagt ihr, dass sie das Recht hat, selbst zu entscheiden.
Maria, 20 Jahre – Port-de-Paix
Sie hätte beinahe alles verloren, weil ein Junge ihr sagte, dass man Liebe beweisen müsse … bis zu dem Tag, an dem sie begriff, dass ein „Nein“ ebenfalls ein Recht ist.
Drei Länder, drei Vornamen, drei Geschichten. Gemeinsam im Kampf für eine gesunde, aufgeklärte und erfüllte Sexualität.
WAS IST RESPECT+?
RESPECT+ ist eine interaktive Webdokumentation, die mit und für junge Menschen erstellt wurde: in Benin, in Burkina Faso, in Haiti und überall dort, wo junge Menschen eine freiere, gerechtere und menschenwürdigere Sexualität einfordern.
In diesen drei Ländern sind mindestens 30 % der Bevölkerung zwischen 10 und 24 Jahre alt. Die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind – Stigmatisierung, mangelnder Zugang zu Gesundheitsversorgung, Geschlechternormen – finden weit über ihre Landesgrenzen hinaus Resonanz.
Respect+ untersucht Scham als Hindernis für die sexuelle und reproduktive Gesundheit, nicht anhand von Statistiken, sondern anhand der persönlichen Erfahrungen junger Menschen. Die Plattform verbindet gefilmte Dokumentationen, gegenseitige Erfahrungsberichte und immersive Erlebnisse, um die Frage zu stellen, die uns alle betrifft:
„WIE WÜRDE IHRE SEXUALITÄT AUSSEHEN, WENN SIE WIRKLICH FREI WÄHLEN KÖNNTEN?“
Die Weltgesundheitsorganisation erkennt sexuelle Lust als Grundrecht an. Dennoch fehlt es in der Gesundheitspolitik – hier wie anderswo – weitgehend. Respect+ rückt es wieder in den Mittelpunkt: nicht als unerreichbares Ideal, sondern als Hebel für sozialen Wandel.
RESPECT+ wurde für Mobilgeräte konzipiert und präsentiert sich als immersiver Parcours: Jede Nutzerin und jeder Nutzer schreitet in ihrem bzw. seinem eigenen Tempo voran, trifft ihre bzw. seine Entscheidungen und erhält konkrete Ressourcen mit auf den Weg.
Hinter RESPECT+: das Projekt RESPECT
Respect+ ist Teil des Projekts RESPECT – das von „Médecins du Monde“ Schweiz in Benin umgesetzt wird –, dessen Ziel es ist, die rechtlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Hindernisse zu beseitigen, die den Zugang junger Menschen zu einer hochwertigen sexuellen und reproduktiven Gesundheitsversorgung einschränken. „Médecins du Monde“ Schweiz setzt das Projekt in Benin um.
Es handelt sich um eine auf fünf Jahre angelegte Initiative, die gemeinsam mit den lokalen Gemeinschaften durchgeführt, von Global Affairs Canada finanziert und von Médecins du Monde in Kanada, Frankreich, der Schweiz und Spanien getragen wird.