Vollständige Unterstützung

Das Mädchenhaus “Maison du Soleil” in Cotonou ist ein ganzheitlicher Ort für die Betreuung von Mädchen, die ein Kind bekommen oder eine ungewollte Schwangerschaft erleben. Auf Empfehlung der Jugendpolizei werden die Begünstigten als gefährdete Mädchen oder Opfer von Gewalt anerkannt. Dieser Pilotstandort ist das zweite Zentrum, das vom beninischen Staat offiziell als “Centre d’Accueil et de Protection de l’Enfant” anerkannt ist. Dank der Unterstützung von Médecins du Monde Schweiz werden jedes Jahr 20 Mädchen und ihre Babys sowie 180 junge Mädchen, die Opfer von Gewalt geworden sind, betreut. 120 Familien profitieren von den Dienstleistungen des Maison du Soleil.

Die von diesen Mädchen erlittene Gewalt ist nicht nur physischer, sondern auch wirtschaftlicher und psychologischer Natur.

Elena Melani, Projektkoordinator

Die Aktivitäten des Maison du Soleil tragen zur Verbesserung der Gesundheit dieser besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe bei, indem ihnen ein Ort geboten wird, an dem sie auf angepasste und multidisziplinäre Weise aufgenommen und betreut werden können. Das allgemeine Follow-up, das soziale, pädagogische, psychologische, medizinische und rechtliche Aspekte umfasst, wirkt sich auf drei Gesundheitsfaktoren aus: Schutz, Prävention und Wiedereingliederung. Die von Médecins du Monde Schweiz ins Leben gerufenen Aktivitäten vermitteln Mädchen mehr Wissen über Gewalt gegen sie und den Prozess der Hilfesuche. Um die Qualität des Dienstes zu gewährleisten, ist die Zahl der aufgenommenen Mädchen begrenzt: Etwa zehn Mädchen mit ihren Babys haben Zugang zum Haus. Ihr Aufenthalt variiert zwischen sechs und zehn Monaten, je nach ihrer familiären und rechtlichen Situation.

Gewalt und Prekarität

Die multidisziplinäre Betreuung junger Mädchen im “Maison du Soleil” stellt das Herzstück unserer Antwort im beninischen Kontext dar. Tatsächlich geben 69% der beninischen Frauen an, dass sie mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebt haben und dass die meisten Täter nicht bestraft werden, obwohl es Gesetze gibt und sie sich der inakzeptablen Natur geschlechtsspezifischer Gewalt bewusst sind.

Die äusserst prekäre Lage der Mädchen in den Slums von Cotonou, die hohe Nachfrage seitens der Begünstigten, die Nichtanwendung des Gesetzes und das völlige Fehlen eines speziellen Zentrums für diese Mädchen im Land erfordern ein tägliches Engagement für eine umfassende Betreuung der Gewaltopfer und die Förderung ihrer Gesundheit.

In Benin ist das Phänomen der Frühschwangerschaft und der Jugendfruchtbarkeit hoch: 17 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren haben ihr fruchtbares Leben bereits begonnen, 13 Prozent sind bereits Mütter und 3 Prozent sind derzeit zum ersten Mal schwanger. Die frühe Fruchtbarkeit ist bei Mädchen ohne Schulbildung zehnmal höher (32%) als bei Mädchen mit einem Abschluss der Sekundarstufe II oder höher (3%). Die Kinderheirat (vor dem 18. Lebensjahr) ist eng mit der Teenagerschwangerschaft verbunden.

 

Sich engagieren und spenden

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